Ganze Marillen, in zartem Erdäpfelteig gehüllt, gekocht und in gerösteten Bröseln gewälzt — eine der beliebtesten österreichischen Mehlspeisen im Sommer.
★★★★★ 4.7 (298 Bewertungen)
45 minVorbereitung
15 minBackzeit
1hGesamtzeit
4 Portionen (8 Knödel)Portionen
MittelSchwierigkeit
Nährwerte (pro Portion)
310 kcalKalorien
52gKohlenhydrate
6gEiweiß
9gFett
5gGesättigte Fettsäuren
22gZucker
3gBallaststoffe
140mgNatrium
Ungefähre Werte pro Portion (4 Portionen (8 Knödel)), berechnet aus den typischen Zutaten des Rezepts — ersetzen keine professionelle Ernährungsberatung.
Marillenknödel zählen zu den bekanntesten Mehlspeisen Österreichs und gehören zur böhmisch-österreichischen Küchentradition, die Obst in weichem Teig einhüllt und in siedendem Wasser gart. Anders als ein Kuchen werden sie warm serviert, direkt aus dem Kochtopf, gewälzt in gebutterten Bröseln, Zucker und manchmal Zimt. Als Teig kommen traditionell drei Varianten zum Einsatz: Erdäpfelteig mit Kartoffeln, Topfenteig mit Quark oder Brandteig — jede Familie hat ihre eigene Vorliebe. Serviert werden sie klassischerweise im Sommer, wenn die Marillen aus der Wachau reif sind.
Zutaten
500g mehlig kochende Kartoffeln
150g Mehl
50g Butter, weich
1 Ei
1 Prise Salz
8 kleine, feste Marillen (Aprikosen)
8 Stück Würfelzucker
Glasur / Sirup
80g Butter
150g Semmelbrösel
50g Zucker
Staubzucker zum Bestreuen
Zubereitung
Kartoffeln in der Schale kochen, pellen und noch warm durch die Kartoffelpresse drücken. Auskühlen lassen.
Mehl, Butter, Ei und Salz zu den ausgekühlten Kartoffeln geben und rasch zu einem glatten Teig verkneten (nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig zäh).
Marillen entkernen, ohne sie ganz zu durchtrennen, und je einen Würfelzucker in die Mulde stecken.
Teig portionieren, jede Portion flach drücken und eine Marille darin einhüllen, gut verschließen und zu einer runden Kugel formen.
Knödel in leicht siedendem Salzwasser etwa 10–12 Minuten ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen.
Für die Butterbrösel Butter in einer Pfanne schmelzen, Semmelbrösel darin goldbraun rösten, Zucker untermischen.
Knödel abtropfen lassen, sofort in den warmen Bröseln wälzen und mit Staubzucker bestreut servieren.
Tipps
Die Marillen sollten reif, aber noch fest sein — zu weiche Früchte lassen sich schwer einhüllen und der Knödel reißt beim Kochen leichter auf.
Statt Erdäpfelteig lässt sich auch Topfenteig (Quark statt Kartoffeln) verwenden — er ist etwas leichter zu verarbeiten für Anfänger.
Herkunft und Wissenswertes
Marillenknödel gehören zur böhmisch-österreichischen Küche und haben Wurzeln, die bis zu den ersten schriftlichen Erwähnungen von Obstknödeln um das Jahr 1000 zurückreichen. In ihrer heutigen, für breite Bevölkerungsschichten erschwinglichen Form entstanden sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Besonders eng verbunden sind sie mit der Wachau in Niederösterreich, einer der bekanntesten Marillen-Anbauregionen des Landes.
Ursprünglich waren Obstknödel ein Luxusgericht wohlhabender Haushalte — erst als Zutaten günstiger wurden, verbreiteten sich Marillenknödel als Alltagsgericht.
In der Wachau, dem Kernanbaugebiet der Marille, wird die kurze Erntesaison im Sommer traditionell mit eigenen Marillenfesten gefeiert, bei denen Marillenknödel nicht fehlen dürfen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Marillenknödel vorbereiten?
Die ungekochten Knödel lassen sich einige Stunden im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren — direkt aus dem gefrorenen Zustand etwas länger kochen.
Welcher Teig eignet sich für Anfänger am besten?
Topfenteig mit Quark gilt als am einfachsten zu verarbeiten, da er weniger empfindlich als Erdäpfelteig ist und seltener aufreißt.
Kann ich tiefgekühlte Aprikosen verwenden?
Frische, feste Marillen ergeben das beste Ergebnis. Tiefgekühlte Früchte werden beim Auftauen zu weich und lassen sich schwer einhüllen.